Zugtreffpunkt zu den Aktionen gegen die Fackelmahnwache in Pforzheim

Auch dieses Jahr wird es am 23. Februar eine Nazifackelmahnwache auf dem Wartberg in Pforzheim geben. Diese wird erneut nicht ohne unseren Protest stattfinden! Beginnen werden wir mit einer antifaschistischen Demonstration um 18.00 am Pforzheimer Bahnhof. Für eine gemeinsame Anreise gibt es einen Treffpunkt:

23.02.2018 | 15:15 Uhr | Tübingen Hbf

Hier findet ihr den Aufruf.

Rückbetrachtung – Vortrag „(Jüdische) Frauen im Widerstand gegen den Nationalsozialismus“ mit Ingrid Strobl

Am Montag den 29. Januar fand im Kupferbau der von uns mitveranstaltete Vortrag zum Thema „(Jüdische) Frauen im Widerstand gegen den Nationalsozialismus“ mit Ingrid Strobl statt.
Durch die Auseinandersetzung mit dem Buch der Referentin „Sag nie, du gehst den letzten Weg“ , welches sich mit weiblichem, insbesondere jüdischem, Widerstand in verschiedenen Ländern West- und Osteuropas auseinandersetzt, stellten wir fest, dass es sich hierbei um ein in unserer Gesellschaft und der Erinnerungskultur viel zu wenig beachtetes Thema handelt. Es ist uns ein Anliegen solche verdeckten und „vergessenen“ Teile der Geschichte, sichtbar und der Auseinandersetzung zugänglich zu machen. Zum einen wurde durch diese Veranstaltung mit dem Mythos „Die Juden hätten sich nicht gewehrt“ gebrochen. Zum anderen leistete der Vortrag einen wichtigen Beitrag zu einer feministischen Auseinandersetzung mit der Geschichte. Durch ihn konnte gezeigt werden, dass Frauen auf vielfältige Weise am Widerstand beteiligt waren und eine tragende, wenn nicht sogar die tragende Rolle spielten.
Dabei gelang es der Referentin auf eine persönliche und bewegende Art und Weise, den Geschichten einzelner Widerstandskämpferinnen Gehör zu verschaffen und diese dabei in einen geschichtlichen Kontext einzubetten. In der anschließenden Diskussion hatten wir den Eindruck, dass eben diese spezielle Erzählweise auch das Publikum berührt hatte.
Dass die Beschäftigung mit Frauen im (bewaffneten) Widerstand auf großes Interesse in Tübingen gestoßen ist, zeigte sich für uns auch in einer erfreulich hohen Anzahl von über 150 Besucher_innen.
Insgesamt würden wir die Veranstaltung als sehr gelungen bezeichnen und hoffen, dass der Vortrag zur weiteren Auseinandersetzung mit diesem Thema angeregt hat. In diesem Sinne freuen wir uns schon sehr auf den ausstehenden Vortrag der Liberalen Hochschulgruppe Tübingen.
Unser ganz besonderer Dank gilt Ingrid Strobl für Ihre wichtige Forschung und ihren ganz speziellen Beitrag zur geschichtlichen Aufarbeitung der NS-Zeit.
Danken möchten wir außerdem der Studierendengruppe Kritik und Widerstreit für die gute Zusammenarbeit sowie dem StuRa Tübingen und der Rosa Luxemburg Stiftung für die finanzielle Unterstützung.

Rückblick: rechte Aktivitäten in Tübingen, Reutlingen und Umgebung

Wir spiegeln hier einen Rückblick auf das Jahr 2017, das Original findet ihr auf tuebingenrechtsaussen.wordpress.com.

Das Jahr 2018 ist noch jung und es soll von uns auch zu einem kurzen Rückblick auf das vergangene Jahr genutzt werden.

Aktivitäten der rechtspopulistischen AfD

Auf Partei-Ebene existieren je in Tübingen und Reutlingen AfD-Kreisverbände und ein AfD-Ortsverband „Münsiger Alb“.

Alle drei AfD-Gliederungen treffen sich in der Regel monatlich einmal. Der Ortsverband „Münsinger Alb“ immer am dritten Donnerstag bisher im „Cafe Bolero“ in Münsingen. Der Kreisverband Tübingen immer am ersten Dienstag oder Mittwoch im „Porta Rossa“ in Tübingen, Vereinsgaststätte des SV 03 Tübingen. Der Kreisverband Reutlingen immer am ersten Donnerstag des Monats in einem Nebenzimmer des SSV-Sportheims in Reutlingen.

Der Reutlinger AfD-Kreisverband veranstaltete 2017 mindestens sieben größere Veranstaltungen: 14.10. (Vortrag von Robert Lambrou im Sportheim in Reutlingen-Sondelfingen), 08.09. (Wahlkampfveranstaltung von Wolfram Hirt, Ralf Özkara und Anton Baron im Spitalhof), 20.07. (Vortrag von Thomas Gruber im „Cafe Bolero“ in Münsingen), 17.07. (Vortrag von Guido Reil in der Münsinger „Zehntscheuer“), 29.05. (Vortrag von Hans-Peter Stauch im „Albquell Bräuhaus“ in Trochtelfingen), 04.05. (AfD-Wahlkampfauftakt mit Jörg Meuthen und Wolfram Hirt in der Alten Papierfabrik Pfullingen), 27.01. (Vortrag mit Gerhard Hess Januar im Spitalhof)

Außerdem feierte am 29. April 2017 der AfD-Landesverband Baden-Württemberg in Pfullingen sein vierjähriges Bestehen. Nach Eigenangabe kamen „rund 200 Gäste“. Ralf Özkara und Dr. Marc Jongen hielten Reden.

Der Tübinger AfD-Kreisverband veranstaltete mindestens sieben größere Veranstaltungen: 05.12. (Vortrag von Markus Frohnmaier), 24.09. (Wahlparty im „Porta Rossa“), 05.09. (Vortrag von Prof. Dr. Jens Zeller im „Porta Rossa“), 01.08. (Vortrag von Thomas Gruber im „Porta Rossa“), 20.07. (Vortrag von Pastor Jakob Tscharntke in der Kultur- und Sporthalle in Gomaringen), 06.06. (Vortrag von Emil Sänze), 05.04. (Vortrag von Jörg Meuthen)

Vom Doppelkreisverband Tübingen-Reutlingen der „Jungen Alternative sind keine Aktivitäten für 2017 bekannt geworden. Er scheint bald nach der Gründung im Juli 2016 wieder eingeschlafen zu sein.

„Grenzgänger Neckar-Alb“ im Raum Reutlingen

Im Raum Reutlingen existiert die Gruppe „Grenzgänger Neckar-Alb-Schönbuch“, die regelmäßig Stammtische in Reutlingen veranstalten soll. Sie kann als AfD-nah beschrieben werden. Einer ihrer AktivistInnen ist ein AfD-Mitglied aus Mössingen, ein anderer ein Althool aus Reutlingen.

Mitglieder der Gruppe demonstrierten am 9. September 2017 gegen einen Besuch von Angela Merkel in Reutlingen.

Für den 25. März 2017 kündigten die „Grenzgänger“ außerdem im Raum Reutlingen einen „Kameradschaftsabend“ an.

Aktivitäten des „III. Wegs“

In Reutlingen und Rottenburg existiert eine Gruppe von Mitgliedern und SympathisantInnen der Neonazi-Kleinstpartei „Der III. Weg“ um die Facebook-Seite „Unzensierte Nachrichten Reutlingen“ herum.

Diese gehörten zum inzwischen wieder verschwundenen „Stützpunkt Württemberg“ der Partei.

Er fiel vor allem durch Flyer- und Transparent-Aktionen in Reutlingen, dem Umland von Reutlingen und Rottenburg auf.

Daneben ist diese Gruppe auch für zwei Musik-Veranstaltungen verantwortlich, die offenbar in Rottenburg stattfanden: 22.07. (Liedermacher-Abend mit „Zeitnah“ aus Gotha) und 29.04. (Balladenabend mit dem Liedermacher „Hermunduren“ aus Thüringen, dem Liedermacher „Wegbereiter“ aus Württemberg und der Liedermacherin „Varghona“ aus Thüringen).

Außerdem demonstrierte die Gruppe am 9. September 2017 gegen einen Besuch von Angela Merkel in Reutlingen.

Aktivitäten der Identitären-Ortsgruppe in Tübingen

In Tübingen existiert seit Mai 2015 eine Ortsgruppe der „Identitären Bewegung“ (IB), die im Kern unter 15 Personen umfasst. Sie veranstaltet monatliche Stammtisch-Treffen.

Neben Flyer-Verteilungen und Transparent-Aktionen, demonstrierte die IB Tübingen am 9. September 2017 gegen einen Besuch von Angela Merkel in Reutlingen.

Zu der Gruppe gehören der Ortsgruppenleiter Jonathan Rudolph und Franziska Annika Spahn („Berit Franziska“), Betreiberin des antifeministischen Blogs „radikal feminin“, sowie Sven Engeser aus Dietingen-Böhringen im Landkreis Rottweil, der derzeit an der Abendschule in Villingen-Schwenningen sein Abitur nachholt.

Studentenverbindungen in Tübingen

Die IB Tübingen versuchte in letzter Zeit gezielt bei den Studentenverbindungen in Tübingen für sich zu werben, mit eher mäßigen Erfolg.

Trotzdem stellen die rechtskonservativen Verbindungen in Tübingen ein lohnenswertes Agitationsfeld z.B. für die AfD dar. So sind beispielsweise mehrere AfD-Mitglieder auch Mitglied der Alten Straßburger Burschenschaft Germania zu Tübingen. Weitere AfD-Mitglieder finden sich bei der Burschenschaft Derendingia Tübingen, dem Corps Franconia Tübingen und mit Lars Patrick Berg sitzt seit März 2016 sogar ein Mitglied der katholischen AV Guestfalia Tübingen als AfD-Abgeordneter im Landtag von Baden-Württemberg.

Explizit rechte Veranstaltungen bei Tübinger Verbindungen sind 2017 kaum bekannt geworden. Am 4. Mai 2017 referierte bei der Alten Straßburger Burschenschaft Germania der ehemalige AfD-Förderer und Brigadegeneral a.D. Dieter Farwick aus Sigmaringen-Laiz bei der Alten Straßburger Burschenschaft Germania zum Thema „Die Welt in Unordnung – Auswirkungen für Deutschland“.

Türkische NationalistInnen in Reutlingen und Rottenburg

In Reutlingen und Rottenburg existiert je ein Ableger der extrem rechten türkisch-nationalistischen Bewegung der „Grauen Wölfen“. Sie wird von ExpertInnen dem Faschismus zugerechnet. Die Gruppe in Reutlingen ist ein Ortsverein des Dachverband „Föderation der türkisch-demokratischen Idealistenvereine in Europa e.V.“ (ADÜTDF).

Der Reutlinger Ableger nennt sich „Reutlingen Türk Ocağı“ („Türkische Herdstelle Reutlingen). Offiziell heißt er „Türkische Gemeinschaft-Organisation Reutlingen e.V.“ und firmiert manchmal auch als „Türkischer Elternverein“. Seinen Sitz hat er in einer Moschee in Reutlingen-Betzingen.

Der „Reutlingen Türk Ocağı“ führte auch 2017 mehrere größere Veranstaltungen durch, beispielsweise vom 29. April bis zum 1. Mai 2017 eine Feier. Als Sponsoren solche Veranstaltungen traten in den letzten Jahren auch Geschäfte aus Reutlingen und Umgebung auf. Zum Beispiel: Das „Saray Restaurant“, „Pasa Shisha“, „Palast Kebap“, ein „Autohof“ in Reutlingen-Betzingen, „Ünal Shopping“, das Restaurant „Lava“, „KaraCall“, die „Kung Fu Academy“, „Multi’s Express. Schuh & Schlüsseldienst“, „aldora Möbel“, „Fliesen Tamsen“, „Arlslans Kebap“ oder „Easy Cars“ in Neckartailfingen.

Auch in Rottenburg gibt es mit dem „Türkisch-Deutschen Freundschaftsverein Rottenburg am Neckar“ ein Ableger der ADÜTDF.

Rechte Straftaten (Angriffe etc.)

Im Jahr 2017 gab es in Tübingen, Reutlingen und Umgebung auch mehrere rechte Straftaten (Angriffe etc.):

* Laut einem Leserbrief im „Schwäbischen Tagblatt“ rief am 30. Juli 2017 ein Mann auf dem Tübinger Europaplatz mehrfach laut „Judenfrei! Judenfrei!“ und noch einmal „Halt die Klappe! Judenschweine Ausländerschweine“.

* Bei der Tanz-Demonstration gegen den G20-Gipfel in Tübingen am 15. Juni 2017 soll in einem Bus ein Fahrgast durch die Scheiben eine Hitlergruß gezeigt haben.

* Am 29. April 2017 kam es in Rottenburg zu einem Überfall von sechs Neonazis der Partei „Der III. Weg“ auf einen antifaschistischen Infostand.

* Am 16. März 2017 wurden in Pliezhausen (Kreis Reutlingen) zwei Neonazis aus dem extrem rechten Partei „Der III. Weg“ bei dem Vortrag „Abschiebehaft in BaWü – Flucht ist kein Verbrechen“ der Linkspartei-Politikerin Jessica Tatti handgreiflich.

* Am 3. März 2017 griff ein Mann in der Reutlinger Innenstadt grundlos eine auf dem Boden sitzende Bettlerin mit Pfefferspray an. Die Augenreizungen der Frau mussten vom Roten Kreuz versorgt werden.“

* Am 18. oder 19. Januar 2017 wurde in Reutlingen an der Außenwand der autonomen Zentrum Kulturschock Zelle ein Hakenkreuz gesprüht.

Was fehlt?

Unser Monitoring hat auch Lücken. Veranstaltungen der Studentenverbindungen, die nicht im Internet beworben werden, etwa. Oder rechte Aktivitäten im ländlichen Raum der Kreise Reutlingen und Tübingen. Und was ist mit den ReichsbürgerInnen?

Überhaupt nicht öffentlich wahrnehmbar waren 2017 die NPD oder die Republikaner.

Wir freuen uns deswegen über Hinweise.

Wurzen: Samstag Antifa-Kundgebung wegen Nazimobilisierung

Wir rechnen für das Wochenende mit neonazistischen Aktionen in Wurzen. Daher haben wir für Samstag eine Kundgebung ab 14:30 Uhr beim Bahnhof angemeldet: “Solidarität mit allen Betroffenen rassistischer und rechter Gewalt”. Weitere Informationen (Anreise etc.) folgen zeitnah auf twitter. Die örtliche Neonazi-Szene möchte sich für die Selbstverteidigung der Betroffenen am vergangen Freitag “rächen”. Es muss mit mehr als 300 Neonazis und Rassist*innen gerechnet werden, wie schon 2016: raa-sachsen.de/chronik-details/wurzen-3518.html

AUFRUF KUNDGEBUNG SAMSTAG 20.01.18 14. 30 UHR WURZEN/PARK AM BHF.

Solidarität mit allen Betroffenen rassistischer und rechter Gewalt – Vor rechten Strukturen keinen Millimeter zurückweichen!

In der Nacht von Freitag, dem 12. Januar, kam es wiederholt zu rassistischen Angriffen von Neonazis in Wurzen, bei dem mehrere Menschen verletzt wurden. Dies ist ein weiterer Höhepunkt in einer Reihe von Gewalttaten gegen Geflüchtete und nicht-rechte Menschen in der Stadt. Der Angriff fand in einem Wohnhaus statt, in dem viele Geflüchtete lebten. Einige der Bewohner*innen sind von den Angreifer*innen im Schlaf überrascht worden. Die meisten Betroffenen haben noch in der gleichen Nacht Wurzen verlassen. Der Rassismus in Wurzen ist seit vielen Jahren alltäglich und sehr enthemmt: Fensterscheiben werden eingeschmissen, Geflüchtete körperlich attackiert, sie werden auf dem Nach­hau­se­weg abgefangen und beleidigt, Familien werden beim Verlassen der Wohnung bespuckt und bedroht. Immer wieder versuchen Neonazis direkt in ihren Wohnbereich einzudringen.

Der Angriff am Freitag war geplant. Was die Neonazis jedoch nicht einplanten, war die Selbstverteidigung der Angegriffenen. Seit einer Woche versuchen sich die Neonazis als Opfer zu deklarieren und rufen in der Stadt und der Region zu offenen Racheaktionenen auf. Auch für das kommende Wochenende (19. bis 21. Januar) muss mit einem massiven Auflauf von neonazistischen Kräften und rechten Jugendlichen in Wurzen gerechnet werden. Bereits im August 2016 kam es nach einem rassistischen Angriff vor einer Pizzeria, der von den Neonazis ebenfalls zu einem Angriff von “Ausländern” umgedichtet wurde, nach wenigen Tagen zu einem rechten Aufmarsch von mehr als 300 Neonazis und Rassist*innen in Wurzen.

“Die Stadt die jeder hasst: Wurzen!” So oder so ähnlich fühlen sich momentan die Wurzner*innen: Falsch verstanden und verurteilt. Der LVZ-Regional-Chefredakteur Thomas Lieb fasst dies stellvertretend für die “deutschen” Einwohner*innen Wurzens zusammen, die er gleichzeitig in ihrer Haltung bestärkt. So kommentierte er:

“Die eigentliche Tragödie der neuerlichen Auseinandersetzungen zwischen Deutschen und Ausländern ist nicht die Tat an sich – es ist der Tatort. Wurzen. Weil alle Welt damit das Nazi-Dorf in Sachsen, in dem es ständig kracht, verbindet. Egal, wie überzogen dieses Bild ist. Wäre das, was am Freitagabend in Wurzen passiert ist, in Grimma oder Bad Lausick passiert – es wäre schlimm, hätte aber nicht die Tragweite von Wurzen erreicht.”

Im Weiteren ist Thomas Lieb der Meinung, dass die “dezentrale Unterbringung von Asylsuchenden” ungeeignet sei. Nun könnte dies heißen, dass er sich für eine große “Sammelunterkunft” für Geflüchtete ausspricht – weit gefehlt. Er sagt: “Die Vorkommnisse in Wurzen haben (einmal mehr) untermauert, woran Wurzen seit Jahren leidet. Dafür trägt niemand die Schuld allein. (…) Da kann kein noch so gut besetztes Polizeirevier Frieden sichern. In Wurzen wird eine ungestörte Willkommenskultur in der bisherigen Form nicht gelingen.”

Er sagt damit, dass geflüchtete Menschen in Wurzen niemals sicher leben werden und behauptet, dass die einzige Lösung darin besteht, keine den Neonazis ungenehmen Menschen mehr nach Wurzen zu lassen. In seinen Kommentar vergleicht er die rassistischen Angriffe mit einem Fußballspiel, die Geflüchteten mit Hooligans. Damit unterstützt er die Neonazis und Rassist*innen mit ihrer Forderung “Ausländer raus”. Einen öffentlichen Widerspruch gibt es dazu aus der Stadtgesellschaft bis heute nicht.

Auch die Polizei schafft es seit Jahren in Wurzen sich auf die Seite der rechten Angreifer*innen zu stellen. In den aktuellen Pressemeldungen wird das Geschehen zu einer Auseinandersetzung zwischen “Ausländern” und “Deutschen” gemacht. Wie durch alle Akteur*innen in Wurzen betreiben auch sie eine bewusste Entpolitisierung. Schlimmer noch, in der Vergangenheit gibt es aus Wurzen nicht wenige Berichte, in denen Notrufen von Betroffenen von rassistischer Gewalt erst nachgegangen wurden, nachdem “Deutsche” bei der Polizei anriefen. Als es Pfingsten 2017 zu einem Angriff von betrunkenen Rechten auf Geflüchtete kam, wurden die Betroffenen von der Polizei überhaupt nicht befragt, lediglich die Rassist*innen konnten wieder behaupten, sie seien angegriffen worden. Auch nach diesen Angriff versammelten sich Tage später rund 70 Neonazis und Rassist*innen und versuchten die Wohnungen der Betroffenen zu stürmen.

In den vergangen Jahren gab es aus der Stadtgesellschaft in Wurzen keine öffentlich wahrnehmbare Solidarisierung mit den Betroffenen rassistischer und rechter Gewalt. Stattdessen kommt es im Nachgang immer wieder zu rechten Versammlungen und Demonstrationen, auf denen sich die Täter*innen als Opfer darstellen können. Die Liste an schwersten Angriffen ist gerade in den letzten Jahren lang, eine Kundgebung gegen rassistische und rechte Gewalt gab es bisher jedoch nie.

Unsere Kundgebung am Samstag in Wurzen will genau dieses deutlich machen.

Wir sind solidarisch an der Seite von allen Menschen, die in Wurzen seit Jahren Angriffen ausgesetzt sind. Zugleich wollen wir uns mit der Kundgebung gegen die Erzählung in Wurzen richten, wonach die Stadt nur ein “Imageproblem” habe. Gepflegt wird diese Mär von der Verwaltung, den lokalen Medien sowie politischen Akteur*innen. Das Problem in Wurzen heißt Rassismus. Und dieser äußerte sich nicht nur in den Übergriffen von “Deutschen” am 12. Januar gegenüber Geflüchteten, sondern er äußert sich ebenso in der Verharmlosung der Tat als solcher.

Cafe Morgenland schrieb einst:
“Diese Hoffnung – und unsere Verpflichtung, an der Seite der Stigmatisierten zu stehen – speist sich aus der Ansicht, dass Rassismus und Nationalismus als Konsumgüter betrachtet werden müssen, deren Erwerb – so wie bei allen anderen “Güter“ auch – einen Preis hat, etwas kostet. Diesen Preis also müssen wir möglichst hoch treiben. (…)
Wenn Rassisten angreifen, müssen wir dafür sorgen, dass sie es nie wieder tun!”

Kundgebung: Samstag, 20.01.2018 um 14:30 Uhr beim Park gegenüber dem Bahnhof in Wurzen

Weitere Informationen:
irgendwoindeutschland.org
twitter.com/irgendwoinde

Kundgebung gegen den AfD-Neujahrsempfang in Reutlingen

19.01.2018 – 17:30 Uhr – Marktplatz

Der AfD Kreisverband Reutlingen plant am 19.01. einen Neujahrsempfang im Reutlinger Spitalhof zu veranstalten. Wie bereits im vergangenen Jahr ist auch diesmal zu erwarten, dass die Veranstaltung als Organisierungstreffen der rechten Szene im Raum Reutlingen genutzt wird.
Denn neben der hausgemachten Hetze der AfD-Politiker bieten diese Events eine ernstzunehmende Plattform zur Vernetzung und Präsenz rechtsradikaler Gruppen und Strukturen, mitten in der Reutlinger Innenstadt. Und das zeigt Wirkung: Offen sichtlich ermutigt und von der Polizei abgeschirmt fühlen sich immer wieder Gäste der AfD in ihren Handlungen bestärkt und schreiten zur Tat: Vom Hitlergruß hinter Polizeischutz bis zu Todesdrohungen gegen Demonstranten war bereits alles mit dabei, die Presse berichtete.
Die AfD selbst zeigt derweil keinerlei Anzeichen, Rechtsradikale von ihrer Veranstaltung auszuschließen und ein ernsthaftes Zeichen der Distanzierung zu setzen. Wie denn auch, ist sie doch von deren Wählerstimmen abhängig und sympathisieren ihre Mitglieder doch nach wie vor mit Gruppen wie der Identitären Bewegung und deren Fantasien von ethnisch „reinen“ Völkern.
Es bleibt daher nur ein Fazit: Die AfD ist eine Sammelbewegung aus Rechtspopulisten sowie waschechten Neonazis,
Antisemiten und Rassisten. Sie muss als solche erkannt und bekämpft werden. Die AfD darf nicht als normale Partei betrachtet werden. Sie ist der parlamentarische Überbau einer neurechten Bewegung, die versucht ihre Vorherrschaft auch auf der Straße zu erkämpfen.
Es geht also nicht nur um Wahlen, es geht nicht um Symbolpolitik, es geht um unsere Gesellschaft, darum, dass wir uns auch weiterhin in Reutlingen bewegen können, ohne ständig Neonazis oder rechten Gruppen zu begegnen und Angst vor menschenverachtenden Übergriffen haben zu müssen. Denn mit jeder erfolgreichen Veranstaltung wächst das Selbstvertrauen dieser Leute und damit auch ihr Aktionsradius in Reutlingen. Wir wollen das nicht zulassen und werden deshalb – wie bereits im vergangenen Jahr – die Events der AfD zum Desaster machen!

Deshalb rufen wir zu lautstarken Protesten direkt am Ort der Veranstaltung auf!
Kommt zahlreich und bringt Transparente, Trillerpfeifen und eure Freund*innen mit!

Vortrag – Jüdische Frauen im Widerstand gegen den Nationalsozialismus

Wir veranstalten gemeinsam mit der Hochschulgruppe für Kritik und Widerstreit einen Vortrag mit der Journalistin und Buchautorin Ingrid Strobl

Der Vortrag setzt sich mit jüdischem Widerstand in den besetzten Teilen Polens zur Zeit des Nationalsozialismus auseinander. Dabei soll den Fragen nachgegangen werden, welche Rolle speziell (jüdische) Frauen in der Organisierung des antifaschistischen Widerstandes gespielt haben, welche Aufgaben sie übernommen haben, welche Risiken sie eingehen mussten und auch welche Motive sie dazu bewegten, sich in den Widerstand zu begeben.
Auch konkrete jüdische Widerstandskämpfe werden exemplarisch an den Aufständen in Warschau und in Bialystok thematisiert. Interessant ist auch, dass sich der Aufstand im Warschauer Ghetto am 19. April diesen Jahres zum 75. Mal jährt.
Im Vortrag wird auch dem teilweise vorgebrachten Vorwurf, die Jüd*innen hätten sich nicht gewehrt, kritisch nachgegangen. Ziel ist es diesen Vorwurf als geschichtlichen Mythos zu entlarven.
Der Vortrag wird sich außerdem den Gefühlen der Überlebenden des Widerstands widmen. Unser Anliegen ist es, neue (geschichtliche) Perspektiven auf das Thema zu eröffnen. Mit der Fokusierung auf jüdische Frauen sollen „Geschichten“ sichtbargemacht werden, welche größtenteils innerhalb der vorherrschenden Geschichtsschreibung nur wenig Beachtung gefunden haben. Auch sie stellen einen wichtigen Aspekt der Aufarbeitung und Erinnerung der nationalsozialistischen Vergangenheit dar.

Montag 29.01.2018 | 20 Uhr
Kupferbau | Hörsaal 24
Hölderlinstraße 5 | 72074 Tübingen

Der Vortrag wird unterstützt von der Rosa-Luxemburg-Stiftung und dem StuRa Tübingen.

Stellungnahme der „Studierendengruppe für Kritik und Widerstreit“ zur Kritik der Liberalen Hochschulgruppe (LHG) an ihrem Finanzierungsantrag

Wir dokumentieren hier die Stellungnahme der „Studierendengruppe für Kritik und Widerstreit“ zur Kritik der Liberalen Hochschulgruppe (LHG) an ihrem Finanzierungsantrag für den Vortrag mit dem Thema „ (Jüdische) Frauen im Widerstand“.
Diesen Vortrag werden wir im Januar 2018 in Kooperation mit dieser Studierendengruppe veranstalten. Doch eben die Kooperation mit uns und die Referentin Ingrid Strobl sind für die LHG Grund gegen den Vortrag Stimmung zu machen.
Der Stellungnahme voran ging das Statement der LHG, dieses findet ihr hier (facebook-link).
Die „Studierendengruppe für Kritik und Widerstreit“ hat unserer Meinung nach gut darauf geantwortet:

Stellungnahme der „Studierendengruppe für Kritik und Widerstreit“ zur Kritik der Liberalen Hochschulgruppe (LHG) an ihrem Finanzierungsantrag

Die LHG fordert dazu auf, gegen den Antrag auf finanzielle Förderung durch den Studierendenrat (Stura) für einen Vortrag zum Thema „ (Jüdische) Frauen im Widerstand“ abzustimmen

Der Tagblattartikel „Nie von der RAF-Vergangenheit distanziert“ vom 23.11.2017 behandelt eine Stellungnahme der LHG auf ihrer Facebookseite. In dieser fordert die LHG die Fachschaften der Uni Tübingen dazu auf, gegen den Antrag auf finanzielle Förderung des Sturas bezüglich des Vortrages zum Thema „(jüdische) Frauen im Widerstand“ abzustimmen. Um den Inhalt des Vortrages gehe es den Liberalen scheinbar nicht, viel mehr halten sie die Referentin sowie die Kooperation der Veranstalter*innen mit der Antifa Reutlingen Tübingen (ART) für nicht akzeptabel.

Für uns wird in ihrer Argumentation deutlich, dass auch die LHG die seit einiger Zeit sehr populäre aber unseres Erachtens brandgefährliche „Extremismustheorie“ vertritt. Dieser Theorie zufolge wird von einer legitimen und neutralen Mitte der Gesellschaft ausgegangen, welche links und rechts extreme(istische) Ränder besitze. Diese Rändern würden sich, wie bei einem Hufeisen, immer weiter annähern und sich damit angleichen. Diese Vorstellung ist nicht nur unterkomplex, sondern birgt auch politisch gefährliche Konsequenzen. Zum einen wird eine sogenannte Mitte der Gesellschaft konstruiert, welcher zusätzlich der Status der Neutralität und damit die einzig legitime und „gute“ Position zugeschrieben wird. Dadurch wird verschleiert, dass die sogenannte Mitte der Gesellschaft keinesfalls frei von rassistischen, sexistischen, antisemitischen – kurz gesagt: aller Arten von menschenverachtenden Einstellungen – ist. Diese Verschleierung ist fatal, denn nur durch die offene Benennung jener Einstellungen können diese aufgedeckt und bearbeitet werden. Zum anderen setzt diese Theorie rechte und linke politische Haltung sowie Praxis gleich. Diese Setzung ist nicht haltbar, stellt ein Grundelement rechter Ideologien doch die Bestreitung der Gleichheit der Menschen im Sinne einer Gleichwertigkeit dar und drückt damit eine menschenverachtende Position aus. Linke Politik hingegen setzt sich zum Ziel eine gerechtere Welt für alle Menschen zu schaffen. Dass es nicht „die eine linke Politik“ gibt wird dabei als selbstverständlich vorausgesetzt. Genauso wie die Notwendigkeit einer kritischen Prüfung der verschiedenen und heterogenen linken Positionen. Deutlich soll an dieser Stelle lediglich der fundamental unterschiedliche Ausgangspunkt von „Rechts“ und „Links“ werden. Dass es so etwas wie eine neutrale Position, wie sie die LHG für den Stura propagiert, nicht geben kann, können wir hier leider nicht weitergehend diskutieren. Es sei nur so viel gesagt: Wir alle sind geprägt von unserer Erziehung und Sozialisation, kurzum von der Gesellschaft. Diese beeinflusst was und wie wir wahrnehmen, deuten und beurteilen. Die Vorstellung irgendjemand könne „neutral“ sein ist damit nicht haltbar. Auch vermeintliches neutrales Handeln ist nicht möglich. Selbst ein Nicht-Handeln hat Konsequenzen.
Die ART, mit der wir bei dieser Veranstaltung kooperieren, positioniert sich politisch. Sie gaukelt nicht vor, in irgendeiner Art und Weise neutral zu sein. Dies gibt aber auch jeder Person die Möglichkeit Kritik an ihren politischen Positionierungen zu formulieren. Die ART widmet sich in ihrer politischen Arbeit antifaschistischen Themen, kritisiert rassistische und sexistische Strukturen und auch die menschenverachtenden Strukturen des kapitalistischen Wirtschaftssystems. Wir finden es gut und wichtig, dass sich Menschen diesen Fragen und einer solchen Kritik widmen. Denn wenn wir neutral gegenüber diesen Themen bleiben, lassen wir zu, dass alles bleibt wie es ist (was dann nicht mehr wirklich neutral ist)… und das ist in Anbetracht des Leids und der Ungerechtigkeit auf der Welt doch eine eher zynische und bequeme Haltung. Was der Vortrag genau mit den G20 Protesten zu tun hat, warum es verwerflich sein soll in in einer Demokratie zu demonstrieren oder sich für die Beseitigung struktureller Ungerechtigkeit einzusetzen ist uns durch das Statement der LHG noch nicht wirklich klar geworden. Wer natürlich im Kapitalismus und dem damit notwendigerweise verbundene Leid kein Problem sieht und es sich in seiner studentischen Tübinger heilen-Welt- Blase so richtig gemütlich gemacht hat und nicht bereit ist seine eigenen Privilegien zu reflektieren kann wohl nicht nachvollziehen warum manche Menschen nach einer emanzipatorischen Veränderung streben. Wir wollen an dieser Stelle der LHG nicht unterstellen, dass sie um ihre (vermutlich) privilegierte Stellung in der Gesellschaft zu verteidigen, gegen die G20-Proteste ins Feld zieht.
Wie dem auch sei, an dieser Stelle geht es ja nicht um den Kapitalismus oder G20-Proteste, sondern um einen Vortrag, der sich dem Widerstand (jüdischer) Frauen gegen den Nationalsozialismus widmet.
Nun zur Frage der Referentin: Da der LHG ja sehr viel am Rechtsstaat und der freiheitlich demokratischen Grundordnung gelegen scheint, verstehen wir nicht warum sie Menschen, die eine Haftstrafe verbüßt haben auch noch darüber hinaus weiter stigmatisieren. Menschen steht in einem Rechtsstaat die Möglichkeit zu, im Anschluss an ihre Haftstrafe ein Leben wie jede*r andere zu führen und das heißt eben auch Vorträge zu halten. Nun zu diskutieren, unter welchen Umständen Frau Strobl verurteilt wurde und ob eine Distanzierung notwendig ist oder nicht, halten wir für müßig und den Vortrag betreffend für irrelevant. An anderer Stelle halten wir eine Auseinandersetzung mit der Geschichte der „Roten Armee Fraktion“ und den „revolutionären Zellen“ für äußerst wichtig und spannend. Fest steht, dass sie einige erhellende Bücher zum Thema des Vortrages verfasst hat, die sie als Referentin für dieses Thema qualifizieren.
Um zu unserem eigentlichen Anliegen zu kommen. Wir möchten einen Vortrag veranstalten, dessen Ziel es ist – wie wir in unseren Antrag an den Stura formulierten – „ das hegemoniale Geschichtsverständnis zu unterlaufen und neue Perspektiven auf das Thema des Widerstands zur Zeit des Nationalsozialismus zu ermöglichen. Gerade deshalb wenden wir uns einem so spezifischen Thema zu. Die Rolle von Frauen im Widerstand und auch der jüdische Widerstand an sich, wurde größtenteils in der Geschichtsschreibung nicht beachtet. Der Vortrag soll damit also dazu beitragen, Positionen und „Geschichten“, welche aufgrund von gesellschaftlichen Machtstrukturen bisher kaum Beachtung fanden, ins Bewusstsein zu rücken und zu einem Teil der Aufarbeitung und Erinnerungskultur zu machen.“
Nun liegt es am Stura zu entscheiden, ob er den Inhalt unseres Vortrages als wichtig erachtet und darin einen bedeutsamen Beitrag zur heutigen Erinnerungskultur sieht und ob er dabei auf das fundierte Wissen und die Qualifikation von Ingrid Strobl verzichten möchte.
Wir wollen das nicht und werden unabhängig von der Abstimmung des Sturas den Vortrag veranstalten.

Studierendengruppe für Kritik und Widerstreit

AfD und die „Identitäre Bewegung“ (IB) machen in Tübingen gemeinsame Sache

Wie auf dem Blog „Tübingen Rechtsaußen“ zu lesen ist, waren bei den Wahlständen der Tübinger AfD am 16. August in Tübingen und am 2. September in Rottenburg auch AktivistInnen der Tübinger IB anwesend. Außerdem wurde der Bundestagskandidat Dubravko Mandic am 14. September vom Tübinger IB-Ortsgruppenleiter Jonathan Rudolph zu einer Podiumsdiskussion des Tübinger Tagblatts begleitet. An dieser Stelle sei kurz darauf hingewiesen, dass OB Boris Palmer im Zuge dessen mal wieder einen Beitrag zur Legitimierung rechter Positionen geleistet hat, indem er Mandic mit folgenden Worten lobte: „Ich habe einen Mann gesehen, der subjektiv aufrecht für das kämpft, was er für richtig hält – da war kein Taktieren“.

Am 23. September war die AfD erneut auf dem Tübinger Holzmarkt mit einem Wahlstand vertreten. Auch an diesem Tag waren die bereits bekannten IB-Mitglieder Jonathan Rudolph und die sich selbst „Berit Franziska“ nennende Aktivistin vor Ort. Doch diesmal war offensichtlich, dass sich die Unterstützung der AfD durch die IB-Tübingen nicht nur auf Besuche an den Wahlständen beschränkt. Die „Identitären“ halfen beim Abbau des Standes und kehrten anschließend mit der AfD-Delegation gemütlich im Biergarten der Gaststätte Neckarmüller ein. Dadurch wird deutlich, dass AfD und IB-Tübingen zusammen arbeiten und auch außerhalb politischer Aktivitäten Kontakte pflegen.
Außerdem fanden sich am Wahlstand auch Rechte ein, die wir bisher weder AfD noch IB zuordnen würden.
Mit diesem Text wollen wir darauf aufmerksam machen, dass die AfD in Tübingen ein Sammelbecken für Rechte unterschiedlicher Strömungen bildet.

Gerade nach den Ergebnissen der Bundestagswahl, darf Tübingen nicht die Augen davor verschließen, dass Rechte sich hier aktiv vernetzen. Jetzt ist es wichtig, menschenverachtenden Einstellungen jeglicher Art keinen Raum zu bieten und sich aktiv gegen diese einzusetzen.
Das bedeutet im eigenen Umfeld wachsam gegenüber rechten Äußerungen zu sein und ihnen zu widersprechen, an der Uni darauf zu achten ob Lesekreise von Rechten angeboten werden und gemeinsam mit anderen dagegen vorgehen, auf der Arbeit nicht zu schweigen, wenn diskriminierende Kommentare fallen und in der Lieblingskneipe die Wirtin* den Wirt darauf ansprechen, wenn sie als Treffpunkt von IB und co genutzt wird.

Solidarisch, gemeinsam und mutig gegen eine Ausbreitung von rechtem Gedankengut!

Bilder findet ihr hier.

Kein Schlussstrich – 4 Jahre NSU-Prozess

Aufruf zu einer Demonstration und Kundgebung zu Beginn der Urteilsverkündung im NSU-Prozess in München

Am 6. Mai 2013 begann vor dem Oberlandesgericht München der Prozess gegen Beate Zschäpe, André Eminger, Holger Gerlach, Ralf Wohlleben und Carsten Sch. Voraussichtlich im Sommer 2017 wird der Prozess nach etwa 400 Verhandlungstagen zu Ende gehen. Unabhängig davon, welchen Ausgang der Prozess nimmt: Für uns bleiben mehr Fragen als Antworten. Wir werden daher zum Prozessende zusammen auf die Straße gehen. Denn wir werden den NSU nicht zu den Akten legen.

(mehr…)

Pfullingen-Kundgebung gegen AfD Veranstaltung FÄLLT AUS

Heute haben wir erfahren, dass die AfD ihre Veranstaltung in Pfullingen abgesagt hat!
Dementsprechend findet auch die von ROSA organisierte Protestkundgebung NICHT statt.

Solidarische Grüße!



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