Archiv für Juni 2012

Zur Männer Fussball EM

Die Männer Fussball EM ist in vollem Gange. Ein wenig „Geistige Überlebensausrüstung“ unter:

Cosmonautilius

Stellungnahme der Antifa Reutlingen Tübingen [ART] zu den Vorkommnissen auf und nach der Freiraum Demo am 26.5. in Reutlingen

Am Samstag 26.5.2012 fand in Reutlingen eine Freiraumdemo der Zelle statt. Wir als [ART] haben mit zu dieser Demo aufgerufen und unterstützen die Forderungen der Zelle. Außer reutlinger Gruppen und Einzelpersonen waren viele andere Menschen aus ganz BaWü zur Demo gekommen.

Bereits während einer Zwischenkundgebung auf dem Marktplatz wurde mindestens eine Person von mehreren anderen Personen angefeindet, offenbar wegen eines getragenen „Solidarity“ Buttons, wobei das „o“ als Davidstern dargestellt war. Dem_Der Betroffenen wurde systematisch durch nachstellen mehrerer Personen und verbalen Pöbeleien eine Bedrohungssituation geschaffen. Dabei bezogen sich die pöbelnden Personen auf besagten Button und feindeten den_die Träger_in als „Antideutsch“ an. Offensichtlich sollte der_dem Betroffenen durch Auftreten und Pöbeleien klar gemacht werden, dass Menschen mit missliebigen Meinungen nicht nur mit verbalen sondern potentiell auch mit physischen Angriffen rechnen müssen. Gegen Ende der Demo wurde wiederum oben genannte Person mit Begleitung aus besagtem Personenkreis heraus massiv verbal angegangen. Offenbar war eine gewalttätige Eskalation der Situation intendiert.

Nach dem Ende der Demo kam es zu einem gewollten Eskalationsszenario in der Zelle, als die im Verlauf der Demo pöbelnden Menschen dem_der Träger_in des Buttons geschlossen den Weg versperren wollten.

Als sich die_der Betroffene(n) vom Zellegelände entfernte(n) stellten wieder die pöbelnden Personen ihnen nach und es kam zu einer unschönen Situation am Rande des Zellegeländes. Die pöbelnden Personen waren offensichtlich nicht auf eine politische Diskussion aus sondern bauten gekonnt eine bedrohliche Situation für die_den Betroffene_n auf (Faustfahnen & Lederhandschuhe). Die Situation wurde von einem Zellemitarbeiter versucht zu schlichten. Die pöbelnden Personen zogen unverrichteter Dinge ab.

Unabhängig des durchaus umstrittenen Inhaltes steht für uns fest: so ein Verhalten ist definitiv KEINE Form der innerlinken politischen Auseinandersetzung!

Andere (linke) Menschen verbal und/oder körperlich anzugreifen oder auch nur damit zu drohen zeugt nur von unreflektiertem Dominanzverhalten. Natürlich ist dieses bei Nazis gerechtfertigt, aber immerhin sprechen wir hier von Betroffenen, die sich selbst Links und als Antifaschist_innen sehen und sich entsprechend verhalten. Wir wünschen uns stattdessen eine Diskussion AUF AUGENHÖHE, ohne Bedrohungsszenarien und ohne die eigene Dominanz und (vermeintliche) Stärke als Argument zu nutzen. Das selbst konstruierte Feindbild des_der „Antideutschen“ schließt mit ein, dass den pöbelnden Personen die Definitionsmacht über links und nicht-links obliegt. Die Anfeindungen sind insofern sinnfrei, da die pöbelnden Personen alle vermeintlichen „Antideutschen“ über einen Kamm scheren, ohne zu wissen was die_der Betroffenen mit ihren Buttons aussagen wollen. Somit werden den Leuten Inhalte von Außen zugeschrieben, ohne zu überprüfen ob das angenommene zutrifft.

Gegen innerlinke Gewaltanwendung und unreflektierte Feindbilder!

Für konstruktive Kritik ohne Dominanzverhalten und Aggressionen!