Archiv für März 2015

Prozess gegen verbindungskritischen Aktivisten

Im November 2013 hatte die Tübinger Burschenschaft Arminia Straßburg, zu einem Vortrag mit dem Thema „Der lange Abschied vom Nationalstaat“ geladen. Referent war Professor Jost Bauch, welcher bereits bei der rechts-populistischen Partei „Pro Köln“ und der Zeitung „Junge Freiheit“ referierte.
Aus diesem Grund versammelten sich ca. 20 Menschen vor dem Haus der Arminia in der Gartenstraße, die versuchten den Verbindungsstudenten mit Transparenten und Parolen zu zeigen, was von rechten Referent*innen, Sexismus und Nationalismus der Burschenschaften aber auch im Allgemeinen zu halten ist.

Als nach ca. 15 Minuten die ersten Polizist*innen eintrafen, starteten die Aktivist*innen eine Spontandemonstration Richtung Innenstadt. Die mittlerweile 10 Polizist*innen zeigten sich sehr aggressiv und versuchten unter dem Vorwand eine*n Verantwortliche*n zu suchen die Demonstration zu stoppen und einzelne Menschen fest zu halten, was ihnen jedoch nicht gelang.
Nachdem sich die Demonstrant*innen an der Neckarbrücke in unterschiedliche Richtung entfernten, begannen die Polizist*innen auf der viel befahrenen Straße Jagd auf diese zu machen. [ausführlicher Bericht]
In Folge dessen wurden V. festgenommen. Obwohl er sich nicht aktiv zur Wehr setzte sieht er sich nun mit dem Tatvorwurf der Körperverletzung konfrontiert.
Dieser wird am 2. April 2015 vor dem Amtsgericht Tübingen verhandelt.
Wir wollen V. durch unsere Anwesenheit unterstützen und hoffen auf viele kritische Prozessbeobachter*innen.

02.04.2015 | 9:00 Uhr
Doblerstraße 14 | Tübingen
Sitzungssaal 36

Verbindungen anfechten!

Wir stellen uns queer!

Stuttgart: Der Homofeindlichkeit am 21. März nicht die Straße überlassen!

Erneut planen die homo- und transfeindlichen Bildungsplan-Gegner/innen am 21. März 2015 in Stuttgart auf die Straße zu gehen. Sich selbst bezeichnen sie als „Besorgte Eltern“, doch hinter diesem Label verbirgt sich eine unappetitliche braune Suppe aus christlichen Fundamentalist/innen, Rechtspopulist/innen, antimuslimische Rassist/innen und Aktivist/innen der neurechten ‚Identitären Bewegung Deutschlands‘. Auch der ein oder andere Neonazi wird wieder mitlaufen. Die „Besorgte Eltern“-Demonstration in München am 10. Mai musste sogar abgesagt werden, nachdem bekannt wurde, dass der regionale NPD-Ableger ‚Bürgerinitiative Ausländerstopp‘ zu den Organisatoren gehörte. Vereint sind sie alle in ihrer Homo- und Transfeindlichkeit.
Ihre paranoiden Verschwörungsfantasien von einer einflussreichen
„Homo-Lobby“ oder einer „Verschwulung der Gesellschaft“ werden seit
dem 25. Mai von der AfD-Europaabgeordneten Beatrix von Storch im EU-Parlament als Sprachrohr vertreten.
Die AfD-Vorfeldorganisation „Zivile Koalition“ unter dem Vorsitz von Beatrix von Storch hat inzwischen offenbar auch die Organisation der Demonstrationen in Stuttgart übernommen und professionalisiert.

Gegen die heterosexistischen Normvorstellungen, sowie homo- und transfeindliche Hetze, die sich als freie Meinungsäußerung oder Religionsfreiheit tarnt wollen wir erneut protestieren. Nach dem Prinzip „Ich habe nichts gegen Homosexualität, aber …“ wird nicht-heterosexuelles Lieben und Begehren als „Krankheit“ oder „Verirrung“ diffamiert und herabgesetzt.

Die Kinder des Regenbogens werden sich diesen besorgniserregenden Eltern entgegenstellen und zwar solange bis Schluss ist.

Lebt und liebt radikal!

Zugtreffpunkt
Tübingen Hbf | 12:20 Uhr
(Zustieg RT Hbf | 12:48 Uhr | Gleis 1)

Vortrag zu Homofeindlichkeit

Nach unserem Vortrag letzten Monat zu Sexismus werden wir diesen Monat einen über Homofeindlichkeit halten.
Dieser findet am 05.03.2015 in der Zelle Reutlingen im Rahmen der Basics-Reihe statt und beginnt um 19 Uhr.
Der Veranstaltungsort wird für Rollstuhlfahrer*innen zugänglich sein, leider wird der Vortrag nur auf deutsch gehalten.

Homofeindlichkeit begegnet jedem und jeder von uns im Alltag. Keine Schicht, kein Milieu ist davon ausgeschlossen. D.h. der schicke Geschäftsmann mit den ach so guten Manieren, die Nachbarin, die Familie aus der Sozialbausiedlung und auch die Freund*innen auf dem Schulhof können sich homofeindlich äußern. Die gleichgeschlechtliche Liebe zwischen Menschen wird dabei als etwas Ekliges und Unnormals abgewertet und dient so auch oft als Beleidigung. Die Resultate von Homofeindlichkeit sind Anfeindungen, Diskriminierung und Ausgrenzung von Menschen, welche nicht in das klassische heterosexuelle Weltbild (Sex und Liebe nur zwischen Mann und Frau, welche jeweils die ihnen zugeschriebenen Eigenschaften von männlich und weiblich zeigen) passen. Die Spanne reicht dort von verbalen bis zu körperlichen Übergriffen. Wie genau sieht also Homofeindlichkeit aus, was bedeutet sie für die betroffenen Menschen, was ist Heterosexismus und was kann ich selbst tun?