Archiv für Juni 2015

Nazi-Schläger benennen!

Am 19. Dezember 2014 wurden gegen 22.30 Uhr in der Poststraße in Rottenburg zwei Frauen aus Gambia von einem rechten Schläger angegriffen. Der betrunkene Täter schlug die Ältere, so dass sie stürzte und trat mehrfach auf sie ein. Eine Frau musste mit Kopf- und Knieverletzungen in ein Krankenhaus gebracht werden. Ihre Begleiterin wurde leicht verletzt. Die Polizei nahm den Täter fest, er war bereits wegen Gewaltdelikte aktenkundig. Er ist nun angeklagt wegen gefährlicher Körperverletzung. Am 26. Mai 2015 sollte deswegen ein Prozess stattfinden, der aber wegen Erkrankung des Richters ausfiel.
Bekannt ist nun jedenfalls der Name des Schlägers: Jan Biering, Jahrgang 1993 oder 1994.
Biering wohnte zeitweise in Haigerloch und zeitweise in Wachendorf bei Rottenburg. Unbestätigten Angaben nach soll er zu Hause eine Hakenkreuzfahne an der Wand haben.
Er war Gast der Nazi-Party in Winterbach 2011, die zu einer Hetzjagd eskalierte, bei der fast fünf Menschen in einer Hütte verbrannten. Der Nazi-Skinhead hat im rechten Ohr oben einen Ring. Kein Wunder, denn Jan Biering war oder ist Zimmermanns-Azubi, vermutlich in Kiebingen.
Verteidigt wird Jan Biering von Hans-Christoph Geprägs. Im September und Oktober 2013 verteidigte Geprägs bereits den angeklagten Neonazi Claus, den großen Bruder von Jan. Philipp Claus Biering aus Hechingen, Jahrgang 1988, hatte sich nach einer Auseinandersetzung mit nichtrechten Jugendlichen in Trillfingen bei Haigerloch (Zollernalbkreis) am 4. Januar 2012 in seinen Opel Astra mit dem Nummernschild BL-PB 1488 gesetzt und mehrere Menschen angefahren, dabei wurden mehrere Personen verletzt.

Wir stellen uns queer!

Wieder mal kündigt sich in Stuttgart eine so genannte „Demo für alle“ an. Ehrlicherweise müsste es „Demo für alle Homo- und Transphoben“ heißen. Denn die Demonstrationen richten sich gegen einen Bildungsplanentwurf, der die Verankerung der Akzeptanz sexueller Vielfalt vorsieht. Es geht in diesem Entwurf schlicht darum nichtheterosexuelles Begehren oder Identitäten als eine Variante von Normalität anzuerkennen. Damit soll auch Jugendlichen, die nicht heterosexuell sind, ihr coming out erleichtert werden.

Trotz aller pseudorationaler Argumente geht es den Demonstrierenden darum ihre heterosexuelle Hegemonie (Vorherrschaft) aufrechtzuerhalten. Häufig ist dieser Wunsch religiös motiviert. So stellen christliche FundamentalistInnen nach kritischen Beobachtungen die Mehrzahl der Demonstrierenden. Auch die Koordination der Demonstration übernimmt eine Organisation der christlich-rechtskonservativen AfD-Europaabgeordneten Beatrix von Storch. So kommen in Stuttgart ‚gefährliche Allianzen‘ aus christlichen FundamentalistInnen, RechtspopulistInnen und auch einigen Neonazis zusammen. Dagegen mobilisieren LSBTTIQ (lesbische, schwule, bisexuelle, transgender, transsexuelle, intersexuelle und queere Menschen), Antifaschist*innen und ihre Verbündeten Protest.

Wir haben keine Lust Homophobie, Transphobie und Antifeminismus die Straße zu überlassen!
Alle am 21. Juni auf die Straße gegen die „Demo für alle“!

Zugtreffpunkt
Tübingen Hbf | 11:20 Uhr