Archiv für September 2015

Stuttgart am 11. Oktober 2015: Wir stellen uns queer!

Wieder mal kündigt sich in Stuttgart eine so genannte „Demo für alle“ an. Ehrlicherweise müsste es „Demo für alle Homo- und Transphoben“ heißen. Denn diese Demonstrationen richten sich gegen einen Bildungsplan, der die Verankerung der Akzeptanz sexueller Vielfalt vorsieht. Es geht bei dem Bildungsplan schlicht darum nichtheterosexuelles Begehren oder Identitäten als eine Variante von Normalität darzustellen. Damit soll auch Jugendlichen, die nicht heterosexuell sind, ihr coming out erleichtert werden.
Trotz aller pseudorationaler Argumente geht es den Anti-Bildungsplan-Demonstrierenden darum ihre heterosexuelle Hegemonie (Vorherrschaft) aufrechtzuerhalten. Häufig ist dieser Wunsch religiös motiviert. So stellen christliche FundamentalistInnen nach kritischen Beobachtungen die Mehrzahl der Demonstrierenden. Auch die Koordination der Demonstration übernimmt eine Organisation der christlich-rechtskonservativen AfD-Europaabgeordneten Beatrix von Storch. Doch auch die Hardliner des Herrn von der CDU mischen mit. So kommen in Stuttgart gefährliche Allianzen aus christlichen FundamentalistInnen, RechtspopulistInnen und auch einigen Neonazis zusammen.
Dagegen mobilisieren LSBTTIQ (1), Antifaschist*innen und ihre Verbündeten Protest.

Wir haben keine Lust der Homophobie, Transphobie und Antifeminismus die Straße zu überlassen!
Alle am 11. Oktober 2015 auf die Straße gegen die „Demo für alle“!

Mehr kritische Infos gibt es bei einem Mobi-Vortrag am
6. Oktober 2015 im Tübinger Clubhaus 19:00 Uhr oder unter prohomo.blogsport.de

(1) lesbisch, schwul, bisexuell, transgender, transsexuell, intersexuell, queer
_______________________________________________________________

Zugtreffpunkte
Tübingen Hbf | 10:45 Uhr
Reutlingen Hbf | 11:00 Uhr

In Kooperation mit:
OTFR – „Offenes Treffen gegen Faschismus und Rassismus
für Tübingen & die Region“
otfr.blogsport.de

PM zu Serie von Hakenkreuzschmierereien

Liebe Empfänger/innen,

wir, die „Antifa Reutlingen-Tübingen“ (ART), möchten sie auf eine Serie von rechten Schmierereien im Tübinger Süden hinweisen.

Ende August wurden in Tübingen-Derendingen erneut Nazi-Symbole gesprüht. Am 29. August 2015 entdeckte ein Anwohner zwei geschmierte Hakenkreuze auf dem Gelände der Pestalozzi-Schule in der Primus-Truber-Straße.
Das war im August 2015 schon die dritte derartige Schmiererei in Derendingen oder der Südstadt.
Am 14. August 2015 wurde entdeckt, dass jemand das Gedenk-Graffiti für den verstorbenen Flüchtlings-Aktivisten Kaveh an der Außenwand des Hausprojektes in der Schellingstraße mit einem Hakenkreuz beschmiert hatte.
Am 5. August 2015 wurde am Infokasten des Hausprojektes in der Schellingstraße ein ausgedruckter Zettel mit der Aufschrift „Links-Faschismus. Raus aus unserer Gesellschaft. Raus aus den Köpfen“ und „Gib Antifa keine Chance“ gefunden. Zusätzlich war auf den Infokasten noch die rassistisch zu interpretierende Parole „Das Boot ist voll“ geschmiert.

Es ist von denselben Täter/innen und somit von einer Serie auszugehen. Auch im ruhigen Tübingen gibt es also Neonazis, die über Schmierereien oder ähnliches ihre menschenverachtende Ideologie zum Ausdruck bringen.

Alex Sofo vom Presse-AK der ART erklärt dazu: „Es ist vermutlich kein Zufall dass in einer Hochphase des Hasses gegen Flüchtlinge auch in Tübingen sich irgendjemand bemüßigt fühlt Hakenkreuze zu sprühen. Aber die Hakenkreuzschmiereien sind ebenso wie Gewalttaten oder Anschläge quasi nur die Spitze des Eisberges. Der Hass auf Minderheiten scheint gerade im Internet geradezu zu explodieren. In tausenden Kommentaren werden jegliche Grenzen der Menschlichkeit überschritten. Das hat dann auch in der Realität Auswirkungen. Von dieser Menschenverachtung zeugt für uns besonders auch die Schändung des Gedenkgraffiti für Kaveh.“

Wir, die ART, rufen dazu auf, rechte Symbolik zu dokumentieren, uns oder den Behörden zu melden und sie zu entfernen. Zumindest verfassungsfeindliche Symbolik muss nach einer Meldung auch von den Behörden entfernt werden.

Mit freundlichen Grüßen

Alex Sofo
(Presse-Sprecherin der Antifa Reutlingen Tübingen)