Lieber Tanz ich, als G20 – Nachttanzdemo

Am 7. und 8. Juli kommen die Regierenden der 19 größten Industrienationen der Welt und Europa mit ihren Anhängseln und Berater*innen nach Hamburg. Bei diesem Treffen handelt es sich um eine Inszenierung einer Zusammenarbeit dieser Nationen in wirtschaftlichen Fragen. Aber wer denkt, dass die (z. T. gewählten) Regierungen dort Entscheidungen treffen und das auch noch als demokratischen Akt bezeichnen, hat weit gefehlt. Denn auch Organisationen wie z.B. UNO, Weltbank, Weltwährungsfonds, WTO oder OECD nehmen daran teil, denn sie haben -Wunder oh Wunder- ein wirtschaftliches Interesse an diesem Treffen.

Das ausgerechnet die Regierenden ein Treffen in Hamburg veranstalten wollen grenzt an Wahnsinn, denn die Stadt ist geprägt von einer starken Linken und linksradikalen Bewegung, welche sich auch heute immer wieder deutlich gegen die herrschenden Verhältnisse zur Wehr setzt. Darüber hinaus ist es ein Sicherheitsrisiko für Menschen die ihre demokratischen Grundrechte auf freie Meinungsäußerung und auch auf Blockaden wahrnehmen wollen. Es gibt gute Gründe, warum diese Treffen in Europa seid 2001 in Genua nicht mehr in großen Städten stattfinden. Einer von ihnen ist die Ermordung des Aktivisten Carlo Giuliani am 20. Juli 2001 während dieses Gipfels.

Wir blicken voller Vorfreude nach Hamburg, denn an diesen Tage werden wir den Herrschenden Hamburg nicht überlassen und ein Fest des internationalen, antikapitalistischen Widerstands feiern. Trotzdem haben wir auch großen Respekt vor den zu erwartenden Repressalien, die wieder einmal bis zur Aussetzung des Schengener Abkommens und noch viel weiter reichen werden. Nicht nur für uns, die wir zu den Protesten anreisen werden, sind diese Einschnitte spürbar. Für Geflüchtete die über die Grenzen nach Deutschland einreisen wollen, birgt dies eine Enorme Gefahr. Auch die Hamburger*innen werden vor allem in den an die Messehallen grenzenden Stadtteile und um die Elbphilharmonie mit schweren Einschnitten in deren Grundrechte wie z.B. Bewegungsfreiheit und Privatsphäre zu kämpfen haben.

Aber was hat das nun alles mit Tübingen zu tun?

In Tübingen und auch in Reutlingen gibt es viele Menschen, die planen, zum G20 Gipfel nach Hamburg zu reisen. Sie wollen die internationale mediale Aufmerksamkeit nutzen, um ihren Unmut über die Politik der Mächtigen, gegen die Herrschenden, oder gegen den Kapitalismus selbst, gemeinsam auszudrücken. Wir wollen mit dieser Demonstration einen Teil zur Mobilisierung beitragen und auch den Menschen die nicht nach Hamburg fahren, die Möglichkeit geben, sich auf der Straße gegen die kapitalistischen Verhältnisse und G20 stark zu machen!

Deshalb rufen wir dazu auf, die Wut in unseren Bäuchen tanzend auf die Straßen Tübingens zu tragen, für eine Welt in der wir selbstverwaltet, basisdemokratisch und solidarisch zusammen leben können. Bringt eure Freund*innen, Familien und Arbeitskolleg*innen mit und bastelt fleißig für eine Demonstration mit buntem, schrillem und unangepassten Außenbild.

Lasst uns die Verhältnisse zum Tanzen bringen, denn:
The only good system is a Soundsystem.
Her mit dem Schönen Leben für alle!

15.06.17 | 18 Uhr | Epplehaus Tübingen
(Mit AntiRep-Soli Aftershowparty im Epple ab 22Uhr)

Weitere Termine:

06.06.17 um 20 Uhr im Epplehaus Mobilisierungsveranstaltung zur Aktion im Hamburger Hafen
24.06.17 um 14 Uhr im Wohnprojekt 009, Provenceweg3 in Tübingen Aktionstraining für den G20
20.06.17 20Uhr Club Voltaire Podium Mit Vertreter*innen verschiedener Gruppen zum G20
05.07.17 Gemeinsame Busanreise zum G20 Gipfel aus Tübingen
06.07.17 – 08.07.17 Internationale Aktionstage in Hamburg gegen G20 & Kapitalismus