Rückbetrachtung – Vortrag „(Jüdische) Frauen im Widerstand gegen den Nationalsozialismus“ mit Ingrid Strobl

Am Montag den 29. Januar fand im Kupferbau der von uns mitveranstaltete Vortrag zum Thema „(Jüdische) Frauen im Widerstand gegen den Nationalsozialismus“ mit Ingrid Strobl statt.
Durch die Auseinandersetzung mit dem Buch der Referentin „Sag nie, du gehst den letzten Weg“ , welches sich mit weiblichem, insbesondere jüdischem, Widerstand in verschiedenen Ländern West- und Osteuropas auseinandersetzt, stellten wir fest, dass es sich hierbei um ein in unserer Gesellschaft und der Erinnerungskultur viel zu wenig beachtetes Thema handelt. Es ist uns ein Anliegen solche verdeckten und „vergessenen“ Teile der Geschichte, sichtbar und der Auseinandersetzung zugänglich zu machen. Zum einen wurde durch diese Veranstaltung mit dem Mythos „Die Juden hätten sich nicht gewehrt“ gebrochen. Zum anderen leistete der Vortrag einen wichtigen Beitrag zu einer feministischen Auseinandersetzung mit der Geschichte. Durch ihn konnte gezeigt werden, dass Frauen auf vielfältige Weise am Widerstand beteiligt waren und eine tragende, wenn nicht sogar die tragende Rolle spielten.
Dabei gelang es der Referentin auf eine persönliche und bewegende Art und Weise, den Geschichten einzelner Widerstandskämpferinnen Gehör zu verschaffen und diese dabei in einen geschichtlichen Kontext einzubetten. In der anschließenden Diskussion hatten wir den Eindruck, dass eben diese spezielle Erzählweise auch das Publikum berührt hatte.
Dass die Beschäftigung mit Frauen im (bewaffneten) Widerstand auf großes Interesse in Tübingen gestoßen ist, zeigte sich für uns auch in einer erfreulich hohen Anzahl von über 150 Besucher_innen.
Insgesamt würden wir die Veranstaltung als sehr gelungen bezeichnen und hoffen, dass der Vortrag zur weiteren Auseinandersetzung mit diesem Thema angeregt hat. In diesem Sinne freuen wir uns schon sehr auf den ausstehenden Vortrag der Liberalen Hochschulgruppe Tübingen.
Unser ganz besonderer Dank gilt Ingrid Strobl für Ihre wichtige Forschung und ihren ganz speziellen Beitrag zur geschichtlichen Aufarbeitung der NS-Zeit.
Danken möchten wir außerdem der Studierendengruppe Kritik und Widerstreit für die gute Zusammenarbeit sowie dem StuRa Tübingen und der Rosa Luxemburg Stiftung für die finanzielle Unterstützung.