Chronologie der Umtriebe von Studentenverbindungen in der Region Tübingen-Reutlingen
2016
Vom 4. bis zum 7. August 2016 trafen sich in Tübingen bei der AV Virtembergia 50 Mitglieder des „Lassalle-Kreis“, einer Gruppe von korporierten Sozialdemokraten. Der SPD-Landtagsabgeordnete Nils Schmidt sprach über „SPD – eine Frage der Gerechtigkeit“.

Am 7. Juli 2016 fand Tübingen bei der Burschenschaft Germania Straßburg der Vortrag „Medien in der Glaubwürdigkeitskrise?“ statt. Referent war mutmaßlich der „Junge Freiheit“-Autor Christian Vollradt.

Am 29. Juni 2016 referierte in Tübingen der rechtskonservative CDU-Bundestagsabgeordnete Dr. Klaus-Peter Willsch bei der Burschenschaft Arminia Straßburg zum Thema „Von Rettern und Rebellen – Ein Blick hinter die Kulissen unserer Demokratie“.

Am 22. Mai 2016 fand in Tübingen das 8. Bürgerschoppen des „Arbeitskreis Tübinger Verbindungen“ mit 400 Teilnehmenden statt. Boris Palmer sprach ein Grußwort.

Vom 13. bis zum 15. Mai 2016 fand in Tübingen bei der Burschenschaft Germania Straßburg eine Tagung des Dachverbandes in Gründung, „Allgemeine Deutsche Burschenschaft“, statt.

Am 28. Januar 2016 referierte Pater Stefan Havlik (Burschenschaft Rheno-Palatia Augsburg) bei der Straßburger Burschenschaft Germania zum Thema „Es lebe das Heilige Deutschland“ laut Ankündigung „über den Kreis der Männer des 20. Juli um Oberst Claus Schenk Graf von Stauffenberg und ihre Vision einer Zukunft Deutschlands.“

2015
Am 10. Juli 2015 referierte in Tübingen bei der Burschenschaft Arminia Straßburg Prof. Dr. Werner J. Patzelt zum Thema „Umgang mit Pegida, Wie diskursoffen ist unsere Gesellschaft und repräsentative Demokretie?“.

Am 4. Juni 2015 fand zum 60. Mal in Tübingen das alljährliche, von Verbindungen organisierte Stocherkahnrennen statt. Neben Tübinger Korporationen besuchten auch die rechten Burschenschaften Stauffia München, Teutonia Freiburg, Gießener Burschenschaft Germania und Hilaritas Stuttgart die Veranstaltung.

Am 10. Mai 2015 fand das Bürgerfrühschoppen des „Arbeitskreis Tübinger Verbindungen“ (AKTV) statt, an dem nach Presseberichten nur 80 Personen teilnahmen. Boris Palmer, Tübinger Oberbürgermeister, hielt wie in den Jahren zuvor ein Grußwort.

Am 9. Mai 2015 fand in Tübingen eine Festveranstaltung des „Arbeitskreis Tübinger Verbindungen“ (AKTV) statt.

2014
Am 10. Mai 2014 fand beim VDSt Tübingen ein Bildervortrag zum Thema „Königsberg damals und heute“ statt, Referent war der „Alte Herr“ Richter.

2013
Am 13. Dezember 2013 war um 20 Uhr Oberleutnant Martin Böcker bei der Burschenschaft Germania Straßburg angekündigt. Dort sollte er über die „Die Aktualität der Idee des Staatsbürgers in Uniform“ referieren. Der Jungoffizier Böcker hatte in München als Chefredakteur des Uni-Magazin „Campus“ der Münchner Bundeswehr-Universität für Schlagzeilen gesorgt. Kritiker*innen hatten in dem Studimagazin einen starken neurechten Einfluss unter Böckers Ägide ausgemacht. (mehr Infos)

Am 24. November 2013 hielt Professor Jost Bauch einen Vortrag zum Thema „Der lange Abschied vom Nationalstaat“. Ausgerichtet wurde dieser von der Arminia Straßburg. Jost Bauch referierte bereits bei der rechts-populistischen Partei „Pro Köln“ und der Zeitung „Junge Freiheit“. Der Vortrag fand in Rahmen des Kartelltreffens des „Kartells Roter Burschenschaften“ vom 23.11.13 bis zum 25.11.13 statt. Am Abend des 23. November 2013 beteiligten sich ungefähr 20 Menschen an einer Protestaktion dagegen, 4 davon wurden festgenommen. (Infos zum Referenten und zur Protestaktion: http://antifatuert.blogsport.de/2013/12/06/tue-protestaktion-gegen-arminia-strassburg/)

Am 9. November 2013 fand in Tübingen bei der Burschenschaft Arminia Straßburg ein „Sicherheitspolitisches Seminar“ des „Studienzentrum Weikersheim“ (SZW) mit Brigadegeneral a.D. Dieter Farwick aus Sigmaringen und Hauptmann Björn Schreiber, angekündigt als „aktiver Offizier der Bundeswehr mit Einsatzerfahrung“, statt. Die Veranstaltung wurde auch von der „Jungen Alternative für Deutschland Landesverband Baden-Württemberg“ (JABW) beworben. Von der JABW nahmen u.a. der Vorsitzende Marcus Frohnmaier, sein Stellvertreter Sebastian Wegener (Germania Straßburg) und Dubravko Mandic (Schiedsgericht der AfD, Burschenschaft Saxo-Silesia) teil. Außerdem war auch Prof. Michael Stahl (* 1948) aus Berlin, Vizepräsident des SZW, anwesend.

Am 13. August 2013 fand der Jahreskongress der deutschnationalen Kaderschmiede „Studienzentrum Weikersheim“ statt. Daran nahmen auch Vertreter der „Jungen Alternative für Deutschland -BW“ teil.

Am 16. Mai 2013 referierte bei der Burschenschaft Arminia Straßburg Tübingen der Brigadegeneral a.D. und ehemaliges Präsidiumsmitglied des „Studienzentrum Weikersheim“, Dieter Farwick, zum Thema „Deutschlands Rolle in der Welt: Warum die Außenpolitik eigene Interessen braucht“.

Am 10. Mai 2013 fand bei der Burschenschaft Arminia Straßburg in Tübingen ein Vortrag über Ernst Jünger von dem neurechten Referenten Dr. Dr. Heimo Schwilk aus Berlin statt.

Die Burschenschaft Germania Straßburg war am 15. April 2013 Ausrichterin des Vortrags „Alternative für Deutschland“ mit dem Referenten Joachim Starbatty, der auch auf der neuen Facebook-Präsenz der Germania beworben wurde. Starbatty ist ein nationalliberaler emeritierter Professor aus Tübingen, der die Anti-Euro-Partei „Alternative für Deutschland“ unterstützt und bereits als stellvertretender Vorsitzender der rechtspopulistischen Kleinstpartei „Bund freier Bürger“ seinen DM-Nationalismus auslebte. Auch im publizistischen Bereich ist Starbatty weit rechts anzusiedeln, so ist er u.a. Autor im Rottenburger Kopp-Verlag.

2012

Am 13. Mai 2012 fand bei der Burse dass korporierte Bürgerfrühschoppen statt.

2010

Am 11. September 2010 fand in Tübingen eine Tagung des Lasalle-Kreis, einem korporierten Netzwerk in der SPD, zum Thema „Vision Europa“ auf dem Tübinger Schloss mit 25 Teilnehmern statt. Der Referent Klaus Hänsch, Ex-Präsident des Europäischen Parlaments und „Alter Herr“ des Corps Silingia Breslau zu Köln, verlangte dem Presse-Bericht zufolge die „Führung“ Deutschlands in der EU.

Vom 8. bis zum 9. Mai 2010 soll in Tübingen ein Seminar der „Deutschen Burschenschaft“ zum Thema „Die vierte Macht im Staat: die Medien“ stattgefunden haben.

2009

Am 17. Mai 2009 fand 11-14 Uhr an der Alten Burse das Bürgerfrühschoppen des „Arbeitskreis Tübinger Verbindungen“ (AKTV), mit 300 Korporierten statt. Grußredner war der OB Boris Palmer. Etwa 60 Verbindungsgegner protestieren dagegen mit Transparenten und Trillerpfeifen. Zusätzlich hatten Unbekannte in der Nacht davor Stinkbomben auf das Gelände geworfen.

2008

In der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai 2008 marschierten bereits zum 25. Mal in Tübingen korporierte Fackelträger auf, um den Mai einzusingen. Die Polizei-Absperrgitter wurden schon 22 Uhr aufgebaut. Ebenso wurden ab dieser Uhrzeit schon ganze Straßen abgeriegelt. Beides war in dieser Weise in den vergangenen Jahren so nicht praktiziert wurden. Schnell wurde klar, dass die Zuständigen (OB, Polizei-Einsatzleiter) auf „Stärke“ und Eskalation setzten. Vermummte Einsatz-Polizisten kesselten in abseits gelegenen Nebengassen (Hafengasse, Collegiumsgasse) ohne erkennbaren Sinn mehrere hundert Personen, Zuschauer wie Demonstrierende ein. Auf Leute mit erhobenen Händen und dem Ruf “Wir sind friedlich, was seid ihr?” wurde exzessiv eingeschlagen. Mehrere Leute klagten auch darüber, dass Polizisten gezielt mit ihrem Schlagstock auf Hände geschlagen hätten, wenn diese auf den Gittern lagen.
Der vorsorglich eingerichtete Ermittlungsausschuss dokumentierte sechs Festnahmen. Um sich mit den Festgenommen zu solidarisieren und auf deren Freilassung zu warten, versammelten sich ab 1 Uhr etwa 60 bis 70 Menschen vor der Polizeiwache in Derendingen. Die Situation war äußerst friedlich und entspannt. Bis Streifenwagen in Blaulicht auffuhren, etwa 200 Riotcops ausstiegen und die Versammelten aggressiv zusammen schubsten und einkesselten. So vor dem Eingang der Polizeiwache konzentriert, wurde dann wiederum befohlen sich wieder 100 Meter zu entfernen. Nachdem nicht alle eilfertig in die angegebene Richtung eilten, sondern normal gingen, wurden die letzten Abziehenden von den Polizisten durch die Büsche geschubst und sogar getreten.

2007

Am 28. November 2007 trat bei der Straßburger Burschenschaft Germania zu Tübingen der
Berufsschlesier Rudi Pawelka (u.a. Aufsichtsratsvorsitzender der revanchistischen „Preußischen Treuhand“) auf.

Am 30. April 2007 verhindern AntifaschistInnen durch eine Blockade erfolgreich das „Maieinsingen“ der reaktionären Tübinger Studentenverbindungen. Selbst eine kleine Gruppe von Korporierten, die versuchte über die Treppe Platz Neckarbrücke/Gartenstraße hinunterzugehen scheitert an einer spontanen Blockade. Dabei kommt es zu kleineren Rempeleien und einer der Teilnehmer berichtet von Drohungen der Polizei („Geht ihr jetzt! Oder ich prügel euch die Treppe runter“) – nicht unüblich bei solchen Einsätzen.
Die vor Ort vertretene Presse wurde von den Polizisten nach Tagblattberichten massiv in ihrer Arbeit behindert, einem Fotografen soll gerüchtweise von einem Polizisten sogar Prügel angedroht worden sein. Laut Tagblattbericht soll deswegen gegen die Behinderung der Pressearbeit durch die Polizei geklagt werden.
Acht Verhaftungen soll es im Laufe des Abends durch die Polizei unter Verbindungsgegnern gegeben haben, doch leider wurden nur zwei beim Ermittlungsausschuss (EA) gemeldet.

Am 25. Januar 2007 sorgt Günther Oettinger, Ministerpräsident von Baden-Württemberg und Alter Herr der Tübinger Landsmannschaft Ulmia, bei einem Vortrag bei seiner Studentenverbindung für einen Eklat auf Grund folgenden Zitates: „Wir sind in der unglaublich schönen Lage, nur von Freunden umgeben zu sein. Das Blöde ist, es kommt kein Krieg mehr.“

2006

Am 23. November 2006 referiert der grüne Landtagsfraktions-Chef von Baden-Württemberg, Winfried Kretschmann, bei der Straßburger Burschenschaft Arminia in Tübingen, Mitglied des völkischen Dachverbandes „Deutsche Burschenschaft“ (DB), zum Thema „Kehrt die Gesellschaft der Politik den Rücken? Parteien-, Politik- oder Staatsverdrossenheit?“. Dieser Auftritt sorgt für allerhand Kritik.

Am 18. und 19. September 2006 tagte in Tübingen die Gruppe „Jung-Weikersheim“, Jugendorganisation des rechtskonservativen Thinktanks „Studienzentrum Weikersheim“ zum Thema „Konservatismus“. Organisator des Ganzen war ein Burschenschafter aus Tübingen.
Mit dabei wie immer der umtriebige Rechtsaußen Klaus Hornung, ein CDUler aus Reutlinger.
Weitere Referenten waren Harald Seubert und Günter Rohrmoser.

Die Tübinger Burschenschaft Germania Straßburg lädt am 6. Juli 2006 Ronald F. M. Schrumpf, Geschäftsführer der rechtskonservativen Kaderschmiede „Studienzentrum Weikersheim“, als Referent ein.

Bei den Protesten gegen das Maisingen der reaktionären Tübinger Studentenverbindungen in der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai 2006 werden 300 Polizisten zur Abschirmung der Bändelträger eingesetzt. Durch die restriktiven Bestimmungen des Ordnungsamtes wird eine angemeldete Kundgebung auf dem Holzmarkt an den Rand des Geschehens gedrängt. Es kommt zu mindestens sechs Festnahmen von Verbindungs-Gegnern und teilweise zur Verletzung von Demonstranten durch das Vorgehen der Polizei.

2005

Der extrem rechte Referent Klaus Hornung aus Reutlingen hält am 19. Oktober 2005 bei der Burschenschaft Germania Straßburg in Tübingen einen Vortrag zum Thema „Deutsche Identität“. Die Veranstaltung wird vom Arbeitskreis „Christ und Politik“ der CDU Tübingen unterstützt. Im Verlauf dieses Vortrags spricht Hornung unter anderem darüber „das sich die Türkenfrage in den Kreißsälen entscheiden würde.“
Vor dem Haus der Burschenschaft findet eine Gegenkundgebung mit knapp 30 Personen statt.

Gegen das jährliche Mai-Einsingen reaktionärer Burschenschaften in der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai gibt es eine Kundgebung mit Infostand auf dem Holzmarkt.
Direkt gegen das Maieinsingen auf dem Österberg protestierten mehrere hundert Personen.
In der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai 2005 wird ein junger Antifaschist verhaftet, weil er einen Button, wie schon seit Jahren, an seinem Rucksack trägt. Objekt des Anstoßes ist ein 3,5 cm breiter Button mit durchgestrichen Hakenkreuz. Er hatte mit 1.500 anderen Personen gegen das so genannte „Tübinger Maieinsingen“ der rechten studentischen Verbindungen des „Waffenrings Tübinger Studenten“ protestiert. Schon wieder auf dem Nachhauseweg wurden er, zwei weitere Demonstranten und eine Gruppe zufällig hinzugekommener Bekannter von zwei Zivilpolizisten und über zehn weiteren, als Verstärkung herbeigerufenen Polizisten durchsucht. Dabei wurde ein Zivilfahnder auf den Pin aufmerksam und beschlagnahmte diesen. Der Vorwurf lautet auf „Verwendung nationalsozialistischer Kennzeichen“ [sic!].
Diese nur als Willkürakte zu bezeichnenden Verhaftungen sind erkennbar ein Mittel, um unliebsame Demonstranten abzustrafen.

2004

Am 1. Dezember 2004 findet der Vortrag des rechten Referenten Henning Lenthe bei der Burschenschaft Arminia Strassburg statt. Vor dem Haus der Arminen demonstrieren 15-20 Personen dagegen. Es kommt zu mehreren Personalienkontrollen.

Am 24. Juni 2004 findet ein Vortrag des CDU-Rechtsaußens Klaus Hornung bei der Burschenschaft Arminia Strassburg statt und der von zehn Personen kritisch besucht wird.

Bei den Protesten zum alljährlichen 1.Mai-Burschi-Singen am 30. April 2004 mit 150 Korporierten, diesmal am Österberg mit 4-600 Gegendemonstranten, werden neun GegendemonstrantInnen von der Polizei inhaftiert (Tagblatt: „räumte nicht gerade zimperlich“). Parallel findet alternatives Maisingen auf dem Holzmarkt statt.
Das Maisingen der Tübinger Verbindungen findet am 30. April 2005 zum ersten Mal in der Doblerstrasse statt.

2002

Die Tübinger Verbindungen veranstalten am 30. April 2002 wieder das Mai-Einsingen. Eine Fahrradbarrikade und eine sehr „flexible“ Sitz- und Stehblockade von etwa 200 Leuten sorgten zum ersten Mal für ein verspätetes Eintreffen der buntbemützten Verbindungsstudenten.

2000

Beim 160. Stiftungsfest seiner Studentenverbindung, der Landsmannschaft Ulmia, im Juni 2000 sorgt der CDU-Politiker Günther Oettinger, Chef der CDU-Landtagsfraktion, für einen Eklat als er alle drei Strophen des Deutschlandliedes singt, inklusive „von der Maas bis an die Memel“.