Text von der Antifa Reutlingen/Tübingen

Am 8. März 2010 wird es im Rahmen des weltweiten Frauenkampf- und Iran-Solidaritätstag auch in Reutlingen 17-18 Uhr auf dem Marktplatz eine Iran-Solidaritäts-Kundgebung geben.
Wir würden uns freuen, wenn ihr an dieser Kundgebung teilnehmt und damit eure Solidarität mit dem anhaltenden Protest vor allem junger Menschen gegen das Mullah-Regime demonstriert.

Gerade am 8. März, dem Welt-Frauen-Tag ist es wichtig, die im Iran herrschende rigorose Geschlechter-Trennung anzuprangern. Die Frauenverachtung ist eine zentrale Säule des islamistischen Regimes der Islamischen Republik. Hijab und Tschador (Kopftuchpflicht und die Erlaubnis nur bestimmte Farben in der Öffentlichkeit) sind politische Mittel mit denen die Frauen im Iran z.B. drangsaliert werden. Weder für Frauen noch für Männer gibt es Aufklärung über Sexualität, heterosexuelle Kontakte vor der Ehe sind strengstens verboten. Homosexualität
mit der Todesstrafe belegt. Von 1979 bis 2008 wurden im Iran 4.000 schwule oder vermeintlich schwule Männer hingerichtet.

Nicht unerwähnt darf der massive Antisemitismus und Antizionismus des Regimes bleiben, die ihm die Freundschaft von Neonazis und Judenhassern weltweit einbringen. Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinejad ist ein bekennender Holocaustleugner und das Regime ist bestrebt in den Besitz von Atom-Waffen zu gelangen, bei der Gefahr diese gegen seine Feinde und besonders gegen Israel einzusetzen.

Das Frauen- und Homosexuellenfeindlichkeit sowie Antisemitismus zur ideologischen Grundausstattung des Mullah-Regimes gehören und dass das Regime seine Gegner grausam verfolgt wird von der deutschen Politik und Wirtschaft gerne ignoriert. Wenn es um die Steigerung von Außenhandelsbilanzen geht, übersieht man gerne, dass beispielsweise die
in den Iran exportierten Kräne zur öffentlichen Hinrichtung von Homosexuellen verwendet werden. Einige deutsche Firmen verkaufen dem Regime auch bei vollem Bewusstsein Überwachungstechnik, die dann gegen die Opposition eingesetzt wird. Damit werden Oppositionelle, besonders Gewerkschafter und Studenten, verfolgt und aufgespürt, um dann gefangen gehalten, gefoltert und ermordet zu werden.

Nach Expertenmeinung wird ein großer Teil der zu 75 Prozent verstaatlichten, iranischen Wirtschaft von den Revolutionswächtern, jenen Spezialkräften also, die für die blutige Unterdrückung der Demokratiebewegung die Hauptverantwortung tragen, kontrolliert. Dies gilt besonders für den Außenhandel sowie die Flughäfen und Häfen. Viele Deutsche Unternehmen, die im Iran aktiv sind, sind damit Profiteure des Terrors und der Diktatur.

Die Spuren der Kooperation führen direkt in die Region. Schwäbische Familienunternehmen und große Industrie-Unternehmen aus dem Südwesten sind Geschäftspartner des Regimes. Hier ein paar lokale Beispiele:

* Die in Reutlingen ansässige Firma Bosch unterhält mit Bosch Sanayi Ve Ticaret A.S. hat eine Niederlassung im Iran (BOSCH LIAISON OFFICE) im Iran eine eigene Niederlassung.

* Die Waffen-Firma Heckler&Koch mit Sitz in Oberndorf am Neckar verkaufte dem Iran Waffen-Patente.

* Der extrem rechte Grabert-Verlag mit Sitz in Tübingen veröffentlichte in seiner Zeitschrift „Deutschland in Geschichte und Gegenwart“-Ausgabe Februar 2007 den Aufsatz „Die strafrechtliche Seite des Holocaust-Problems“ des österreichischen Rechtsanwalt Dr. Herbert Schaller. Diesen Aufsatz hielt Schaller im Original als Vortrag bei der Holocaustleugner-Konferenz in Teheran Mitte Dezember 2006 gehalten hat, über die strafrechtliche Relevanz der Holocaustleugnung. Dabei zweifelt er selbst immer wieder den Holocaust an.

Gegen die Normalität von Akzeptanz und Appeasement gegenüber dem iranischen Regime!
Nieder mit dem Mullah-Regime und seinen Sympathisanten!

Antifa Tübingen-Reutlingen

PS: Christliche Fundamentalisten und andere Träger eines antimuslimischen Rassismus sind auf der Kundgebung nicht erwünscht und die Organisatoren behalten sich vor solcherart motivierte Individuen von der Kundgebung auszuschließen.
Antifa