Am 8. Mai 2013 jährt sich die bedingungslose Kapitulation der deutschen Wehrmacht zum 68. Mal. Dieser Jahrestag der Niederlage Nazi-Deutschlands ist für uns ein Grund zu feiern und all denen zu gedenken, die kämpften und ihr Leben einsetzten um das nationalsozialistische Deutschland zu besiegen, aber auch den vielen Opfern der nationalsozialistischen Verbrechen. Da mit der militärischen Niederlage des Nationalsozialismus Rassismus, Antisemitismus und viele weitere Unerträglichkeiten leider nicht auf dem Müllhaufen der Geschichte landeten, wollen wir den Tag aber auch nutzen um zu zeigen, dass der Kampf degegen immer noch notwendig ist.

Wenn wir der Befreiung vom Nationalsozialismus gedenken, meinen wir damit nicht die Legende der Befreiung der vermeintlich unschuldigen deutschen Mehrheitsgesellschaft von einer kleinen, verbrecherischen Clique um Hitler. Vielmehr sehen wir darin eine Befreiung der von Deutschland attackierten Länder und der Verfolgten des Naziregimes. Auch wenn nicht alle Deutschen direkt an den Verbrechen beteiligt waren, so hat dennoch die überwältigende Mehrheit der deutschen Bevölkerung den Nationalsozialismus gebilligt oder zumindest weggeschaut.

Auch heute sind Elemente der nationalsozialistsichen Ideologie in der Mitte der Gesellschaft verwurzelt. So zeigt die 2012 erschienene Studie „Die Mitte im Umbruch“ von der Friedrich-Ebert-Stiftung, dass rassistische Vorstellungen weiterhin von großen Teilen der Bevölkerung vertreten werden. Darüber hinaus stellte die Studie bei 9 % der Bevölkerung der BRD ein geschlossenes rechtsextremes Weltbild fest.(1)

Dieses gesellschaftliche Klima bildet den Nährboden für Gewalt von Nazis gegen Menschen, die nicht in ihr Weltbild passen. Doch auch in den Handlungen des Staates und seiner Organe finden diese gesellschaftlichen Positionen ihren, durch das stattliche Gewaltmonopol oft sehr brutalen, Ausdruck. Auch wenn die BRD von sich behauptet, ihre Geschichte umfassend aufgearbeitet und daraus gelernt zu haben, sind in der alltäglichen Politik z.B. grausame Abschiebepraktiken und racial profiling (Personenkontrollen aufgrund von rassistischen Motiven) durch die Staatsmacht festzustellen.

Den grausamen Höhepunkt stellt zur Zeit das Ermittlungsverfahren um die NSU-Morde dar. So wurde in 9 von 10 Fällen davon ausgegangen, dass die Ermordeten aufgrund ihrer Herkunft mit der Drogenmafia zu tun hätten oder eben Opfer von sogenannten Ehrenmorden wurden, obwohl es immer wieder Hinweise auf einen rassistischen Hintergrund gab. Auch in der Presse wurde von „Dönermorden“ und der berichtet, was dem Ganze in der Öffentlichkeit nochmal einen rassistischen Drall gab.

Daher wollen wir den 8.Mai dazu nutzen um auf den rassistischen Normalzustand in Deutschland aufmerksam zu machen und danach ordentlich die Korken auf die Niederschlagung Nazi-Deutschlands knallen zu lassen!

Kommt alle zur antinationalen Kundgebung am 8. Mai um 16Uhr auf dem Marktplatz in Reutlingen!

(1) http://www.fes-gegen-rechtsextremismus.de/pdf_12/mitte-im-umbruch_www.pdf