Meike Hammer, die ebenfalls neonazistische Ehefrau des bekannten Neonazianwaltes Steffen Wilfried Hammer, ist wie ihr Mann anwaltlich tätig. Sie betreibt ein Büro für Erbrecht in Reutlingen-Gönningen. Hier ist auch die Administrations Adresse für die Homepage von „Law-Apps.de“ angegeben. Ebenfalls in Gönningen gemeldet ist Jens Eberhardt, der für die technische Umsetzung der Homepage verantwortlich zeichnet.

Über Steffen Wilfried Hammer ist viel bekannt, viel wurde geschrieben und veröffentlicht. Er ist ein seit Jahren bekannter und bekennender Neonaziaktivist, mit eigener Band, die dem Blood&Honour Netzwerk nahestand. Diese mittlerweile aufgelöste Band, „Noie Werte“, trat zuletzt im Zuge der NSU-Ermittlungen in Erscheinung. Eine Version der Bekenner-DVDs des „Nationalsozialistischen Untergrund“ (NSU) war mit Musik von „Noie Werte“ unterlegt.

Auch ist seit langem bekannt, dass Hammer praktizierender Anwalt für Ehe- und Scheidungsrecht ist. Oft verteidigt er auch rechte Schläger oder Nazikader vor Gericht, zuletzt im Winterbach-Prozess. In Winterbach hatten mehrere Neonazis BesucherInnen mit Migrationsgeschichte einer benachbarten Gartenparty angegriffen. Eine Gartenlaube, in der sich einige der Angegriffenen befanden, wurde angezündet, nur durch Glück wurde niemand schwer verletzt. Der Kanzleisitz Hammers ist mit der Brühlwiesenstraße 13 in Reutlingen-Gönningen angegeben. Hier befindet sich auch das Wohnhaus der Familie Hammer, Steffen Hammer mit Ehefrau Meike Hammer und den gemeinsamen Kindern. Als Domaininhaber für seine Homepage kanzleihammer.de ist Steffen Hammer angegeben, als Adresse ist die Adolf-Kolping-Straße 9 genannt. Diese wiederum liegt im Reutlinger Industriegebiet West.

Jetzt soll der Blick einmal auf Meike Hammer gerichtet werden. Wie ihr Ehemann Steffen Hammer war auch Meike Hammer lange Jahre in der südwestdeutschen Neonazi-Szene aktiv. Lange bevor die Heirat stattfand, war Meike Hammer als Neonazistin bekannt.

Als Anwältin betreibt sie ein Büro in der Hauptstraße 12 in Reutlingen-Gönningen. Als Domaininhaberin für ihre Homepage hammerkanzlei.de ist ebenfalls Meike Hammer angegeben, allerdings in der Ziegelhüttestraße 67 in Reutlingen-Gönningen. In der Haupstraße 12 ist auf einem der Briefkästen „Kanzlei Meike Hammer / Law App“ vermerkt. Bei weiterer Betrachtung muss festgestellt werden, dass die Internetpräsenz von law-app.de auf eben jene Meike Hammer für die Firma Law App in der Hauptstraße 12, Reutlingen-Gönningen, angemeldet ist. Desweiteren ist als Administrative Ansprechperson die Kanzlei Meike Hammer mit Sitz in der Ziegelhüttestraße 67 in Reutlingen-Gönningen angegeben.

Doch was verbirgt sich hinter „Law-App“ Zunächst bietet diese Firma Applikationen, sogenannte Apps, also Dienstleistungen für Smartphones an. Mithilfe der „Law-App“ soll es den Nutzern und Nutzerinnen möglich sein, Anwälte und Anwältinnen für eine bestimmtes Fachgebiet in einer bestimmten Region ausfindig zu machen. Ein Indiz dafür, dass für die genannte App eine Nachfrage besteht, ist die ständige Ausweitung des Unternehmens „Law-App“, das seit spätestens 2009 stetig neue Dienste anbietet und zu wachsen scheint.

Es ist nicht auszuschließen, dass die Firma „Law-App“ für die Nazifamilie Hammer mittlerweile eine wichtige finanzielle Grundlage darstellt.

Hier scheint sich die mittlerweile als Neonazis bekannte Hammer Familie eine neue und unbelastete Einnahmequelle erschlossen zu haben. Dass das hierbei eingenommene Geld wiederum zumindest in Teilen der Neonazi Szene zugute kommt, davon muss ausgegangen werden.

Bei genauerer Betrachtung des „Law-App“-Geflechts fällt auf, dass die grafische Gestaltung der Homepage Jens Eberhardt obliegt. Dieser hat mit seiner Grafikfirma „je-sign“ verschiedene Internetseiten realisiert, u.a. die von „Law-App“ und die Homepage Steffen Hammers unter der url internet-scheidung.de. Angemeldet war „je-sign“ in der Ziegelhüttestraße 23 in Reutlingen-Gönningen. Mittlerweile läuft die Anmeldung auf eine andere, namentlich bekannte Adresse in der Nähe von Rastatt.

Außer genannter Grafikfirma betreibt Jens Eberhardt, der nach eigener Aussage weißer Abstammung ist und Bodybuilding betreibt, eine Bekleidungsmarke Namens „Der Eber“. Auch die Seite der-eber.de ist auf Jens Eberhardt in der Ziegelhüttestraße 23 angemeldet. Im Impressum der Homepage ist mittlerweile eine andere Person eingetragen. Bei „Der Eber“ findet sich auf den ersten Blick nicht viel ungewöhnliches, der übliche kitschige „früher-war alles-besser Retro-Schick“ mit allerlei mystischen und mythologischen Waldtieren und Abbildungen. Interesse weckt die Tatsache, dass mindestens einmal Werbeprospekte von der Eber zusammen mit Naziflyern, die zu einem rechten Aufmarsch in Heilbronn 2011 aufriefen, verteilt wurden.

Eine Stellungnahme oder Distanzierung von Jens Eberhardt zu seinen Kontakten zu bekannten Neonazis war nicht zu vernehmen. Hier scheint ein weiteres spannendes Feld der Beobachtung für Antifaschistinnen und Antifaschisten zu liegen.