Pressemitteilung an das Tagblatt zum Umgang mit NPD-Anzeigen.

„Sehr geehrte Damen und Herren,

wir, die „Antifa Reutlingen-Tübingen“ (ART), sind erstaunt darüber das das „Schwäbische Tagblatt“ kürzlich ohne Müh und Not eine Anzeige des NPD-Kandidaten Axel Heinzmann veröffentlicht hat und Heinzmann in der Ausgabe vom 23. März 2011, ebenso wie einem Republikaner-Funktionär, ausgiebig Platz für eine Selbstdarstellung einräumt. In dieser sind u.a. auch Sätze wie „Auch Holocaust-Denkmäler haben wir genug!“ oder „Wir müssen damit aufhören, alles Ausländische hochzujubeln […]!“ enthalten.

Banken verweigern der NPD und Co. Konten. Wirte kündigen unter falschen Tatsachen angemietete Räume. Bauern besprühen ihr Feld mit Gülle, nachdem sie erfahren haben, dass jemand ihr Feld für ein Nazi-Konzert angemietet hat Und was macht das liberale Tagblatt?
Etwas mehr Zivilcourage bzw. Recherche hätte ihm jedenfalls mal nicht geschadet.

Ausgerechnet Axel Heinzmann, ein bekannter extrem rechter Multifunktionär in allen braunen Ecken. Heinzmann ist auch dem Tagblatt kein Unbekannter.
Allerdings ließ es das Tagblatt in seinen Darstellungen Heinzmanns schon in Vergangenheit an der nötigen Schärfe vermissen. Dieser ist nicht nur einfach der erfolglose Dauerbewerber von Rechtsaußen, als den ihn das Tagblatt vorstellt.
Heinzmann ließ bereits in den 1980ern Schlägertrupps auf seine Gegner los. Sowohl der antisemitische Doppelmörder Uwe Behrendt, als auch der Oktoberfestattentäter Gundolf Köhler bewegten sich zeitweise im Umfeld Heinzmanns.
Axel Heinzmann aus Wannweil warb Söldner für den damaligen Apartheids-Staat „Rhodesien“ (Heute: Zimbabwe), kooperierte eng mit der rechtsterroristischen „Wehrsportgruppe Hoffmann“ und ist heute NPD-Kandidat und Anmelder von Nazi-Demos wie der in Horb im Mai 2007.

Die NPD und Konsorten sind auch nicht einfach Teile des akzeptablen Meinungsspektrums. Von ihnen geht nur Hass und Hetze aus.
Wenn der Intoleranz die Toleranz gilt, hebt sie sich auf. Oder mit den Worten des Schrifstellers Umberto Ecos: „Um tolerant zu sein, muß man die Grenzen dessen, was nicht tolerierbar ist, festlegen.“

Als Zeichen der Selbstkritik fänden wir es angemessen, wenn die eingenommenen Anzeigen-Gelder von Heinzmann an die KZ-Gedenkstätte in Hailfingen-Tailfingen gespendet würden.

Wir hoffen in Zukunft nicht mehr derartige Pressemitteilungen verfassen zu müssen.

Mit freundlichen Grüßen

Anne Schlagwurz
(Pressesprecherin der „Antifa Reutlingen-Tübingen“)“

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